Interview mit Frank Petermann

Auf der Mühlauer Facebook-Seite hat Volkmar Winkler ein Interview mit unserem Bürgermeisterkandidaten Frank Petermann veröffentlicht. Da sicherlich nicht alle Mühlauer einen Facebook-Account haben, möchte ich das Interview auch hier veröffentlichen. Auf Facebook beantwortet Herr Petermann auch Fragen.

„UM“ (Unser Mühlau): Herr Petermann, ich freue mich, dass Sie hier auf der Facebookseite für „Unser Mühlau“ nochmal Ihre Vorstellungen über die Zukunft unseres Heimatortes vorstellen wollen. Meine erste Frage lautet, was hat Sie eigentlich bewogen, als Bürgermeister zu kandidieren?

„FP“ (Frank Petermann): Ich bin seit über 10 Jahren Mitglied im Gemeinderat und seitdem musste ich feststellen, dass die Informationspolitik immer schlechter wurde. Bestimmte Gemeinderäte bekamen bestimmte Informationen vom Bürgermeister, oder bekamen eben keine, oder nur auf schriftliche Anforderung. Dieses Verhalten führte mehr und mehr zu Misstrauen und verhinderte seit Jahren eine konstruktive Arbeit zum Wohle unseres Ortes. Dies will ich ändern! Eine Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und des respektvollen Umgangs miteinander soll meine Basis sein.

UM: Wie wollen Sie erreichen, dass die Bürger besser über die Entscheidungen des Gemeinderates und überhaupt dessen Arbeit informiert werden?

FP: Meine Arbeit und die des Gemeinderates soll für jeden Bürger durchschaubar sein. Ich stelle mir das Rathaus als „Gläserne Manufaktur“ vor. Vetternwirtschaft und Bevorzugung einzelner Bürger lehne ich ab. Zusätzlich zu den öffentlichen Fragestunden in den Gemeinderatssitzungen schlage ich vor, auf der Internetplattform der Gemeinde einen „Kummerkasten“ einzurichten, der jedermann zugänglich ist und wo jede Frage für jeden lesbar, beantwortet wird. Dies setzt aber auch eine Wiederbelebung der Website voraus.

UM: Nun weiß ich aber, auch aus persönlicher Erfahrung, dass noch nicht jeder Haushalt über Internet verfügt und vor allem ältere Mitbürger damit Berührungsängste haben. Diese sind auf die Informationen im „Mühlauer Anzeiger“ angewiesen. Darüber habe ich aber auch schon Klagen gehört, dass die Informationen über Beschlüsse der Gemeinderatssitzungen für viele Leute undurchschaubar sind. Auch vermissen viele die früheren unterhaltsamen Beiträge aus dem Vereinsleben oder zur Ortsgeschichte. Wie könnte Ihrer Meinung nach der Anzeiger wieder interessanter gestaltet werden? 

FP: Der Anzeiger müsste für alle Bürger wieder interessanter werden. Es sollte mehr über das Vereinsleben berichtet werden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass die Vereine auch entsprechende Berichte liefern. Was die Berichterstattung über die Beschlüsse der Gemeinderatssitzungen betrifft, muss ich sagen, dass die Veröffentlichung der gesamten Beschlussvorlagen sehr umfangreich ist. Es wäre vielleicht sinnvoll, bei der Bekanntmachung der Gemeinderatssitzung die Beschlussvorlagen mit beizulegen. Dann kann jeder Bürger entscheiden, ob Interessantes für ihn dabei ist und er an der GR-Sitzung teilnimmt. Ich würde es begrüßen, wenn sich mehr Bürger für die Sitzungen interessieren würden. Das Desinteresse der Bürger am politischen Leben in Mühlau ist sehr groß. Es wäre ein großer Erfolg, wenn wieder mehr Bürger an den Entscheidungen und der Zukunft Mühlaus sich beteiligten.

UM: Was sind nun Ihre wichtigsten Vorhaben für die nächsten Jahre, Herr Petermann? Ich denke, „Baustellen“ gibt es mehr als genug, aber vieles hängt eben auch am Geld?

FP: Ich möchte die Ortsmitte mit Schule, Kita, Hort und Turnhalle als soziales Zentrum entwickeln. Das wichtigste Vorhaben ist der Bau der Kita mit 120 Plätzen…

UM: … die ja eigentlich schon in Betrieb sein sollte?

FP: …Das stimmt! Es gab eine Ausschreibung für einen Architektenwettbewerb mit der Kostenvorgabe, eine Kita für 1,85 Millionen € zu entwerfen. Von den 4 beteiligten Planungsbüros hat nur eines die Vorgabe eingehalten. Im August 2013 wurde mit der Kitaleitung und dem Gemeinderat im Beisein des Burgstädter Kämmerers, Herrn Eulitz entschieden, die Vorzugsvariante zu bauen, geschätzte Gesamtkosten- 2,75 Millionen €. Auf die Frage an Herrn Eulitz, ob Mühlau sich das leisten könne, antwortete dieser, bei dem Gewerbesteueraufkommen sei das kein Problem. Bei der Haushaltsüberarbeitung im April 2014 wurde festgestellt, dass das Steuereinkommen gesunken war und für die Kita nur noch 2,25 Millionen € zur Verfügung standen. Ergebnis: Planungsstopp und Umplanungen mit dem Ziel einer Kostenreduzierung um 500 000 €. Seitdem bewegen sich die Kosten wie die Fieberkurve eines Kleinkindes. Im Januar 2015 wurde der neue Haushalt vorgestellt in dem eine Million € Fördermittel aus Bund und Land eingestellt waren. Herr Rüger teilte mit, dass er einen Fördermittelantrag über eine Million € , gebunden an die Kita gestellt habe. Zwischenzeitlich entschied der Jugendhilfeausschuss, dass keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung stehen.

UM:
Wenn ich das höre kommen mir Zweifel, ob der Bau am Ende nicht doch an den fehlenden Finanzen scheitert? 

FP: Diese Frage kann nur in Verbindung mit der Kämmerei beantwortet werden. Der Gemeinderat hat zur Absicherung entgegen dem Willen von Bürgermeister Rüger eine Beschlussvorlage eingebracht , dass jede Vergabe von Leistungen aus dem Haushalt nochmals vor der Beauftragung durch den Gemeinderat zu bestätigen ist. Damit wollen wir sichern, dass kurzfristig Gelder für den unvorhergesehenen Fall bereitgestellt werden können. Meine Meinung ist, die Kita muss kommen. 

UM:
Vielen Dank für Ihre bisherigen ausführlichen Antworten. Damit dieser Text hier am Ende wegen „Überlänge“ womöglich nicht gelesen wird, bitte ich Sie mir kurz ihre weiteren Vorhaben zu nennen.

FP:
Da wäre die weitere Sanierung der „Linde“ mit Schaffung eines barrierefreien Zuganges in das Obergeschoß, Verbesserung der Sanitäranlagen und Einbau von Schallschutzfenstern.
Schaffung eines durchgehenden Fußweges entlang der Oberen Hauptstraße, besonders wichtig für die Sicherung des Schulweges und auch zur Sicherheit für ältere Bürger.
Schaffung einer Ortsumgehungsstraße für das Unterdorf, analog Niederfrohna und Unterstützung der Anwohner der Burgstädter Straße in diesem Anliegen.
Endlich Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Fabrikstraße und Weststraße.
Förderung aller Vereine und der Jugendarbeit. Die Mühlauer Kinder und Jugendlichen brauchen ihr „Häusel“ wieder, bzw. eine analoge Möglichkeit für Treffen und Aktivitäten. Denkbar wäre Betreuung durch eine Sozialarbeiterin, evtl. als „Außenstelle“ von „Don Bosco“.
Den Club 01, ehemals Jugendclub wieder beleben. Hier möchte ich den Gerüchten entgegen treten, die besagen, dass ich den Club abschaffen wolle! Im Gegenteil! Ich habe bei der Gründung des Clubs den Jugendlichen kostenlos Baumaterial und Technik zur Verfügung gestellt. Damit bauten sie die Treppe zur Mehrzweckhalle und den Parkplatz. Mir fehlt im Moment bei den jetzigen Jugendlichen die Euphorie, etwas selbst geschaffen zu haben. Das muss wieder geweckt werden!
Schaffung von weiterem Bauland. Seit Jahren ruht besonders im Wohngebiet Weststraße der restliche Straßenbau, die Weiterführung des Eichenweges und der Ausbau der Zufahrt von der Leipziger Straße , entlang der Straßenmeisterei, zum Ahornweg.
Weitere Ziele können Sie in meinem Flyer nachlesen, der in den nächsten Tagen im Ort verteilt wird.

UM:
Herr Petermann , ich danke Ihnen für dieses sehr interessante und informative Gespräch und wünsche ihnen für den 2. Wahlgang am 21. Juni im Interesse aller Mühlauer viel Erfolg!