Liebe Bürgerinnen und Bürger von Mühlau…

…kaum eine Meldung in den Medien kommt dieser Tage an den Problemen vorbei, die unserem Land der Zustrom an asylsuchenden Menschen bereitet. Es steht uns nicht zu, über Rechtmäßigkeit und Angemessenheit zu entscheiden. Wohl aber steht außer Frage, dass sich diese Menschen auf den beschwerlichen und gefährlichen Weg machen, weil die Lebensumstände in ihrer Heimat ein menschenwürdiges Dasein dort nicht mehr ermöglichen. Die Schuldfrage ist geopolitisch zu klären. Was wir tun können und müssen, ist, den Menschen in unserem Land eben dieses menschenwürdige Dasein ermöglichen.

Wer die Zahlen mit offenen Augen verfolgt, wird sich über die Konsequenzen schon lange im Klaren sein: auch in einem so kleinen Ort wie Mühlau werden Unterkünfte gesucht. An Hand der Aufschlüsselungen auf Länder- und Landkreisebene ist den Kommunen auferlegt worden, entsprechende Unterkunftsmöglichkeiten ausfindig zu machen, gegebenenfalls zu ertüchtigen und vorzuhalten. Wie Sie aus der Mitteilung unseres Bürgermeisters schon erfuhren, werden jeweils zu drei Terminen (Mitte Oktober, Mitte November und Ende März) pro 1000 Einwohner Unterkunftsmöglichkeiten für sechs Asylsuchende auszuweisen sein. Für unseren Ort bedeutet dies, dass schon bis zum 15. Oktober für 13 Flüchtliche passende Räumlichkeiten gefunden werden müssen, jeweils weitere 13 zu den anderen Terminen. Wir sind uns im Klaren darüber, dass es keine leichte Aufgabe ist.

Wir bitten Sie, unvoreingenommen an die für uns alle neue Situation heran zu gehen.

Als Gemeinde arbeiten wir mit den übergeordneten Behörden eng zusammen. Trotzdem wird es an jedem von uns Einwohnern liegen, wie wir in unserem Ort eine offene, von Hilfe und Toleranz getragene Kultur den Neuankömmlingen bieten können. Wir sehen z.B. Handlungsbedarf in den Bereichen der kulturellen Integration, der Sprachvermittlung und der Begleitung von Behördengängen. Die Randlage unseres Ortes im Kreis und die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten für Waren des täglichen Bedarfs führen zu erschwerten Bedingungen für das Einleben der Asylsuchenden.

Gemeinsam möchten wir mit Ihnen mögliche Aufgabenfelder erörtern und für deren koordinierte Bearbeitung Arbeitsgruppen bilden. Gleichzeitig hoffen wir, eventuelle Fragen in Verbindung mit Hilfeangeboten beantworten zu können.

Unser Ort wird, wie unser Land insgesamt, gesellschaftliche Veränderungen erfahren. Wir möchten es mit den Mühlauer Einwohnern gemeinsam in die Hand nehmen, diese Veränderungen mit Herz und Augenmaß zu steuern. Dafür bitten wir Sie um Unterstützung.

Wir laden daher alle Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeiten sehen, sich aktiv einzubringen, zu einer Gesprächsrunde am 29. September 2015 um 19:00 Uhr im Saal unseres Kulturzentrums „Linde“ ein.

Der Bürgermeister und Mitglieder des GR

Mühlauer Anzeiger

In Absprache mit unserem neuen Bürgermeister, Herrn Petermann, wird jetzt der Mühlauer Anzeiger wieder wöchentlich hier auf der Webseite veröffentlicht.

Frank Petermann ist neuer Bürgermeister

Im heutigen, zweiten Wahlgang wurde Frank Petermann zum neuen Bürgermeister von Mühlau gewählt. Hier das vorläufige Wahlergebnis:

Wahlberechtigte 1 768
Wähler 1 208 68,3%
Ungültige Stimmen 15 1,2%
Gültige Stimmen 1 193 98,8%
davon entfielen auf
Rüger, Frank (EB Rüger) 574 48,1%
Petermann, Frank (AfM) 619 51,9%

Quelle:
http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm?p_bz_bzid=BM152&p_ebene=GE&p_ort=14522380

Interview mit Frank Petermann

Auf der Mühlauer Facebook-Seite hat Volkmar Winkler ein Interview mit unserem Bürgermeisterkandidaten Frank Petermann veröffentlicht. Da sicherlich nicht alle Mühlauer einen Facebook-Account haben, möchte ich das Interview auch hier veröffentlichen. Auf Facebook beantwortet Herr Petermann auch Fragen.

„UM“ (Unser Mühlau): Herr Petermann, ich freue mich, dass Sie hier auf der Facebookseite für „Unser Mühlau“ nochmal Ihre Vorstellungen über die Zukunft unseres Heimatortes vorstellen wollen. Meine erste Frage lautet, was hat Sie eigentlich bewogen, als Bürgermeister zu kandidieren?

„FP“ (Frank Petermann): Ich bin seit über 10 Jahren Mitglied im Gemeinderat und seitdem musste ich feststellen, dass die Informationspolitik immer schlechter wurde. Bestimmte Gemeinderäte bekamen bestimmte Informationen vom Bürgermeister, oder bekamen eben keine, oder nur auf schriftliche Anforderung. Dieses Verhalten führte mehr und mehr zu Misstrauen und verhinderte seit Jahren eine konstruktive Arbeit zum Wohle unseres Ortes. Dies will ich ändern! Eine Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und des respektvollen Umgangs miteinander soll meine Basis sein.

UM: Wie wollen Sie erreichen, dass die Bürger besser über die Entscheidungen des Gemeinderates und überhaupt dessen Arbeit informiert werden?

FP: Meine Arbeit und die des Gemeinderates soll für jeden Bürger durchschaubar sein. Ich stelle mir das Rathaus als „Gläserne Manufaktur“ vor. Vetternwirtschaft und Bevorzugung einzelner Bürger lehne ich ab. Zusätzlich zu den öffentlichen Fragestunden in den Gemeinderatssitzungen schlage ich vor, auf der Internetplattform der Gemeinde einen „Kummerkasten“ einzurichten, der jedermann zugänglich ist und wo jede Frage für jeden lesbar, beantwortet wird. Dies setzt aber auch eine Wiederbelebung der Website voraus.

UM: Nun weiß ich aber, auch aus persönlicher Erfahrung, dass noch nicht jeder Haushalt über Internet verfügt und vor allem ältere Mitbürger damit Berührungsängste haben. Diese sind auf die Informationen im „Mühlauer Anzeiger“ angewiesen. Darüber habe ich aber auch schon Klagen gehört, dass die Informationen über Beschlüsse der Gemeinderatssitzungen für viele Leute undurchschaubar sind. Auch vermissen viele die früheren unterhaltsamen Beiträge aus dem Vereinsleben oder zur Ortsgeschichte. Wie könnte Ihrer Meinung nach der Anzeiger wieder interessanter gestaltet werden? 

FP: Der Anzeiger müsste für alle Bürger wieder interessanter werden. Es sollte mehr über das Vereinsleben berichtet werden. Dazu ist es natürlich notwendig, dass die Vereine auch entsprechende Berichte liefern. Was die Berichterstattung über die Beschlüsse der Gemeinderatssitzungen betrifft, muss ich sagen, dass die Veröffentlichung der gesamten Beschlussvorlagen sehr umfangreich ist. Es wäre vielleicht sinnvoll, bei der Bekanntmachung der Gemeinderatssitzung die Beschlussvorlagen mit beizulegen. Dann kann jeder Bürger entscheiden, ob Interessantes für ihn dabei ist und er an der GR-Sitzung teilnimmt. Ich würde es begrüßen, wenn sich mehr Bürger für die Sitzungen interessieren würden. Das Desinteresse der Bürger am politischen Leben in Mühlau ist sehr groß. Es wäre ein großer Erfolg, wenn wieder mehr Bürger an den Entscheidungen und der Zukunft Mühlaus sich beteiligten.

UM: Was sind nun Ihre wichtigsten Vorhaben für die nächsten Jahre, Herr Petermann? Ich denke, „Baustellen“ gibt es mehr als genug, aber vieles hängt eben auch am Geld?

FP: Ich möchte die Ortsmitte mit Schule, Kita, Hort und Turnhalle als soziales Zentrum entwickeln. Das wichtigste Vorhaben ist der Bau der Kita mit 120 Plätzen…

UM: … die ja eigentlich schon in Betrieb sein sollte?

FP: …Das stimmt! Es gab eine Ausschreibung für einen Architektenwettbewerb mit der Kostenvorgabe, eine Kita für 1,85 Millionen € zu entwerfen. Von den 4 beteiligten Planungsbüros hat nur eines die Vorgabe eingehalten. Im August 2013 wurde mit der Kitaleitung und dem Gemeinderat im Beisein des Burgstädter Kämmerers, Herrn Eulitz entschieden, die Vorzugsvariante zu bauen, geschätzte Gesamtkosten- 2,75 Millionen €. Auf die Frage an Herrn Eulitz, ob Mühlau sich das leisten könne, antwortete dieser, bei dem Gewerbesteueraufkommen sei das kein Problem. Bei der Haushaltsüberarbeitung im April 2014 wurde festgestellt, dass das Steuereinkommen gesunken war und für die Kita nur noch 2,25 Millionen € zur Verfügung standen. Ergebnis: Planungsstopp und Umplanungen mit dem Ziel einer Kostenreduzierung um 500 000 €. Seitdem bewegen sich die Kosten wie die Fieberkurve eines Kleinkindes. Im Januar 2015 wurde der neue Haushalt vorgestellt in dem eine Million € Fördermittel aus Bund und Land eingestellt waren. Herr Rüger teilte mit, dass er einen Fördermittelantrag über eine Million € , gebunden an die Kita gestellt habe. Zwischenzeitlich entschied der Jugendhilfeausschuss, dass keine weiteren Finanzmittel zur Verfügung stehen.

UM:
Wenn ich das höre kommen mir Zweifel, ob der Bau am Ende nicht doch an den fehlenden Finanzen scheitert? 

FP: Diese Frage kann nur in Verbindung mit der Kämmerei beantwortet werden. Der Gemeinderat hat zur Absicherung entgegen dem Willen von Bürgermeister Rüger eine Beschlussvorlage eingebracht , dass jede Vergabe von Leistungen aus dem Haushalt nochmals vor der Beauftragung durch den Gemeinderat zu bestätigen ist. Damit wollen wir sichern, dass kurzfristig Gelder für den unvorhergesehenen Fall bereitgestellt werden können. Meine Meinung ist, die Kita muss kommen. 

UM:
Vielen Dank für Ihre bisherigen ausführlichen Antworten. Damit dieser Text hier am Ende wegen „Überlänge“ womöglich nicht gelesen wird, bitte ich Sie mir kurz ihre weiteren Vorhaben zu nennen.

FP:
Da wäre die weitere Sanierung der „Linde“ mit Schaffung eines barrierefreien Zuganges in das Obergeschoß, Verbesserung der Sanitäranlagen und Einbau von Schallschutzfenstern.
Schaffung eines durchgehenden Fußweges entlang der Oberen Hauptstraße, besonders wichtig für die Sicherung des Schulweges und auch zur Sicherheit für ältere Bürger.
Schaffung einer Ortsumgehungsstraße für das Unterdorf, analog Niederfrohna und Unterstützung der Anwohner der Burgstädter Straße in diesem Anliegen.
Endlich Umsetzung der Hochwasserschutzmaßnahmen im Bereich Fabrikstraße und Weststraße.
Förderung aller Vereine und der Jugendarbeit. Die Mühlauer Kinder und Jugendlichen brauchen ihr „Häusel“ wieder, bzw. eine analoge Möglichkeit für Treffen und Aktivitäten. Denkbar wäre Betreuung durch eine Sozialarbeiterin, evtl. als „Außenstelle“ von „Don Bosco“.
Den Club 01, ehemals Jugendclub wieder beleben. Hier möchte ich den Gerüchten entgegen treten, die besagen, dass ich den Club abschaffen wolle! Im Gegenteil! Ich habe bei der Gründung des Clubs den Jugendlichen kostenlos Baumaterial und Technik zur Verfügung gestellt. Damit bauten sie die Treppe zur Mehrzweckhalle und den Parkplatz. Mir fehlt im Moment bei den jetzigen Jugendlichen die Euphorie, etwas selbst geschaffen zu haben. Das muss wieder geweckt werden!
Schaffung von weiterem Bauland. Seit Jahren ruht besonders im Wohngebiet Weststraße der restliche Straßenbau, die Weiterführung des Eichenweges und der Ausbau der Zufahrt von der Leipziger Straße , entlang der Straßenmeisterei, zum Ahornweg.
Weitere Ziele können Sie in meinem Flyer nachlesen, der in den nächsten Tagen im Ort verteilt wird.

UM:
Herr Petermann , ich danke Ihnen für dieses sehr interessante und informative Gespräch und wünsche ihnen für den 2. Wahlgang am 21. Juni im Interesse aller Mühlauer viel Erfolg!

Bürgermeisterwahl 2015

Am 07.06.2015 fanden in Mühlau Bürgermeisterwahlen statt. Es kam dabei im ersten Wahlgang zu folgenden Ergebnissen (vorläufig):

Wahlberechtigte 1 769
Wähler 1 190 67,3%
Ungültige Stimmen 20 1,7%
Gültige Stimmen 1 170 98,3%
davon entfielen auf
Rüger, Frank (EB Rüger) 538 46,0%
Bretschneider, Volkar (Bürgerinitiative Mühlau) 170 14,5%
Petermann, Frank (AfM) 462 39,5%

Quelle: http://www.statistik.sachsen.de/wpr_neu/pkg_s10_bmlr.prc_erg_bm?p_bz_bzid=BM151&p_ebene=GE&p_ort=14522380

Es wird also am 21.06. einen zweiten Wahlgang geben mit einer Stichwahl zwischen Herrn Rüger und Herrn Petermann. Bitte heben Sie unbedingt Ihre Wahlbenachrichtigung auf – diese wird für den zweiten Wahlgang benötigt.

Nachtrag aufgrund mehrfacher Nachfragen:

Die Information, dass es Herr Bretschneider seine Kandidatur zurück zieht und es damit eine Stichwahl zwischen Herrn Petermann und Herrn Rüger geben wird, habe ich aus einem Artikel der Freien Presse vom Montag (08.06.2015) entnommen:

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Noch-keine-Entscheidung-in-Muehlau-artikel9216184.php

Dort heißt es:

Herausforderer und Verlierer Volkar Bretschneider (Bürgerinitiative) kündigte bereits gestern Abend an, dass er seine Kandidatur zurückzieht und seine Wähler bittet, am 21. Juni ihre Stimme Frank Petermann (Allianz für Mühlau) zu geben.

Die Singgemeinschaft Mühlau wird 20

Die Singgemeinschaft Mühlau e.V. lädt ein zum Jubiläumskonzert “Im Wandel der Zeit” am 12. Oktober. Der Chor feiert seine 20-jährige Vereinsgründung. Beginn ist 15 Uhr im Kulturzentrum Linde, Untere Haupstraße 13 in 09241 Mühlau. Der Eintritt ist frei. Das Festkonzert zeigt einen musikalischen Querschnitt von 2004 bis heute. Dazu gehören solistische Darbietungen mit Gitarre, Klavier undTrommeln und der Auftritt der Chor-Kinder.

Gesungen wird in Mühlau jedoch schon länger als 20 Jahre. Die Chortradition reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und hat die turbulente Wendezeit überstanden. 1991 löste sich der damalige Chor auf. Drei Jahre später entschied sich eine Reihe engagierter Sänger für einen Neuanfang. Seit 1994 lebt das ehemalige Dorfensemble Mühlau als Singgemeinschaft Mühlau e.V. weiter. Der vierstimmige Chor ist im Laufe der letzten Jahre mit 33 Chormitgliedern zu einer stabilen Gemeinschaft herangewachsen. Begleitet haben die Chorarbeit als künstlerische Leiter Heike Schulze von 1994 bis 2003 und Gertholm Mai von 2003 bis Ende 2011. Seit 2012 ist Christian Meincken aus Chemnitz Chorleiter.

Das Repertoire ist weit gefächert. So stehen traditionelle und klassische Lieder, moderne englischsprachige Songs sowie Gospel und geistliche Werke auf dem Programm.

Nächste Veranstaltung des Chores ist das Weihnachtskonzert am 30. November in der Mühlauer Kirche.

Infos: www.singgemeinschaft-muehlau.de

Ergebnis Gemeinderatswahl 2014

Das vorläufige Ergebnis der Gemeinderatswahlen gibt es auf den Seiten der Freien Presse.

Hier die Zusammenfassung:

Name Sitze Stimmen Anteil
CDU 4 749 23,7
SPD 0 146 4,6
NPD 0 153 4,8
AfM 1 346 11,0
Bürgerinitiative Mühlau 5 1023 32,4
Mühlauer Vereine 4 740 23,4

Update – Zusammensetzung des Gemeinderats (Angaben ohne Gewähr):

CDU:
Mann, Richter, Eisentraut, Dietrich

Mühlauer Vereine:
Voigt, Sarfert, Küttner, Schönfeld

Bürgerinitiative Mühlau:
Bretschneider, Pester, Starke, Reichenbach, Pfau

Alternative für Mühlau:
Petermann

Die Reihenfolge der Namen spiegelt NICHT die Verteilung der Stimmen wieder!

 

Explosion in Mühlau

Heute gegen 13:20 Uhr kam es in Mühlau auf der Leipziger Straße in der ehemaligen „Einkehr“ zu einer Explosion. Hier gibt es weitere Informationen. 

Deutschland spielt Tennis

Aufschlagen bei Freunden „Schau rein und Spiel mit!“

So lautet das Motto des TC Burgstädt im Rahmen der bundesweiten Aktion „Deutschland spielt Tennis“.

Wann?
27.04.2014 ab 11 Uhr

Wo?
TC Burgstädt e.V. * Hänflingsberg * 09217 Burgstädt

Was?
Kostenloser Schnuppertag für Neulinge, alte Hasen,
große und kleine Ballverrückte

Weitere Informationen dazu finden Sie in der Pressemitteilung und im Aktions-Flyer.

Mühlau und die Völkerschlacht zu Leipzig

Anlässlich des 200jährigen Jubiläums der Völkerschlacht zu Leipzig hat Volkmar Winkler einige interessante Fakten und Bilder gesammelt und stellt sie freundlicher Weise zur Verfügung. Vielen Dank!

„Die ausgefallene Schlacht von Mühlau“

Nach Berichten des damaligen Pfarrers Schnabel war unser Ort schon seit April 1813 Auf- und Durchmarschgebiet. Am 9. April rückten preußische Truppen ein, die zwischen 11. und 18. weiter zogen. Dann begann das Durchmarschieren bis zur Schlacht von Lützen am 2. Mai. Der Rückzug erfolgte auch hier durch. Es rückte ein großes Heer Franzosen nach, die hier biwakierten. Hierauf folgte ein Regiment polnischer Ulanen, darauf wieder Franzosen.

Nachdem sich General Thielmann mit dem Kosakenhetmann Platow verbündet hatte, biwakierten ca. 2000 Kosaken an der Straße zwischen Mühlau und der Pumpschänke. Am 27. September kam Platow selbst mit noch 3000 Kosaken, 600 Kroaten und einer Batterie Russe. Auf dem Bild ist rechts ein Stück des Feldes zu sehen, auf welchem das riesige Heerlager stand.

Am 3. Oktober entwickelte sich ein kurzes Gefecht bei Penig zwischen Russen und Franzosen um den Besitz der Straße. Für die Franzosen galt es, den Rückmarsch nach Leipzig zu sichern, wo General Murat den Vormarsch der böhmischen Armee aufhalten sollte.

Bei Mühlau waren französische Vorposten mit Vorposten des Grafen Mohr zusammengetroffen, der als Befehlshaber der IV. Abteilung des österreichischen Grafen Klenau den Vorstoß hier durchführen sollte und es kam zu einem Scharmützel.
Am 6. Oktober war das Korps des Grafen Mohr auf die Höhe zwischen Mühlau und Chursdorf vorgerückt und versuchte durch mörderisches Artilleriefeuer die Stellung der Franzosen auf dem Peniger Galgenberg zu erschüttern

Das Regiment „Erzherzog Karl“, das in Mühlau lag, bekam Befehl zum „Abkochen“. Auf nassem Boden überließen sich die Soldaten einem bleiernen Schlaf bis sie beim Morgengrauen mit Hornruf zu neuem Marsch geweckt wurden. Ununterbrochen marschierten hier nun 3 Tage lang große Heeresmassen durch unser Dorf (man muss dabei bedenken, dass Mühlau damals ca. 1000 Einwohner hatte, die aber Zigtausende hungernde Soldaten verpflegen mußten! Und das, obwohl sie selber kaum noch das Nötigste zum Leben hatten!) . In dieser Zeit führte aller verkehr im Dorfe nur unter der Brücke durch. (Gemeint ist damit die Brücke an der Kreuzung die damals wohl schon bestand, obwohl an anderer Stelle erwähnt wird, dass die Furt vor der „Linde“ noch bis 1899 bestanden hätte?)

Inzwischen kamen in Chemnitz von allen Seiten Österreicher und Russen zusammen und in der Nacht zum 9. Oktober wurde es fast zur Gewißheit, dass es zwischen Penig und Mühlau zur Schlacht kommen würde! Die Mühlauer packten schon ihre Sachen aus furcht vor Plünderungen. Da zogen große Infanteriemassen vom Goldbachtal herauf, den Polen in die Flanke. Weil sich aber inzwischen bei Rochlitz Murat mit den Franzosen vereinigt hatte, konnte sich Poniatowsky zurückziehen und eine große Gefahr war von unserer Heimat abgewendet worde

Abends flammten die Wachtfeuer an der Straße zwischen Mühlau und Penig und in dem heutigen Gut, Untere Hauptstraße 49 (Foto) übernachtete der Befehlshaber der böhmischen Armee, Fürst von Schwarzenberg. 

Zuletzt kam die kaiserliche russische Garde durch Mühlau. Es waren Tage der Not und Gefahr, des Jammers und des Fürchtens. In die Garben wurde ordentlich hineingewüstet. Viele Bauern und Häußler verloren nahezu alles bis auf Wohnung und Kleidung, die sie gerade anhatten. Die Einquartierungen dauerten noch bis Mitte Oktober, dann hatte sich die Kriegsfurie von unserer Heimat gewendet. Nach Rückkehr des sächsischen Königs am 7. Juni 1815 wurde das ende des Krieges auch in Mühlau mit einem großen Freudenfest gefeiert.

Dies war im Wesentlichen ( gekürzt) der Bericht des Pfarrers Johann Friedrich Schnabel, der von 1809 bis zu seinem Tod 1834 in Mühlau amtierte. Der Bericht ist in dem Buch „Mühlau im Wandel von 600 Jahren“ enthalten.
Als letzter Teil folgen noch einige Begebenheiten aus dieser Zeit, die auch gleich zum nächsten Geschichtskapitel überleiten, welches ich schon lange angekündigt hatte- Sagenhaftes aus Mühlau. also- weiter schön neugierig bleiben!

Mühlauer in der Völkerschlacht

An Napoleons Rußlandfeldzug 1812 mußten auch Mühlauer teilnehmen. Unter denen, die zurückkehren konnten, war der spätere Nachtwächter Engel, ein Seifert und Gottlieb Aurich. Aurich kehrte als Invalid heim. Er war am Bein verwundet und bekam im Monat 1 Taler Kriegsrente, den er sich selber erst in Zwickau, dann in Chemnitz holen mußte. 1865 wurde er als Erster mit Ehrensalven vom 1863 gegründeten Militärverein begraben.

Die alte Hauptstraße

Dieser Weg vor der „Linde“ bis zur Unteren Hauptstraße 9 ist ein Rest des alten Straßenverlaufs. Anstelle der Brücke soll sich bis 1899 eine Furt durch den Elsingbach erhalten haben. Der heutige Verlauf der Leipziger/ Chemnitzer Straße soll angeblich auf Napoleons Befehl entstanden sein. Vorher kam die Leipziger Straße aus Richtung Penig etwa bei der heutigen Schulstraße in das Dorf herein, führte hinter dem ehemaligen Gastthaus „Stadt Leipzig“ vorbei, was damals eine Schmiede war und durch die Furt vor der „Linde“. Weiter folgte sie wahrscheinlich dem Weg der heute am ehemaligem Konsum „Lebensmittel“ und den Eigenheimen, Untere Hauptstraße 6 a bis d vorbei, zur Chemnitzer Straße führt.

Napoleons Pappel

Was hat wohl die Tischlerei Kamprad im Gewerbegebiet mit der Völkerschlacht und Napoleon zu tun, wird sich mancher jetzt beim Anblick dieses Fotos fragen?  Erstmal natürlich nichts. Aber etwa an dieser Stelle stand bis etwa Anfang der 1970- er Jahre eine Pappel, die angeblich auch von Napoleon als Orientierungspunkt gepflanzt worden sein soll. Vor der Entstehung des Gewerbegebietes ab 1991 war hier die Bebauung von Mühlau in Richtung Hartmannsdorf zu Ende. An die Pappel kann ich mich noch sehr gut erinnern. Dahinter stand auch noch eine hölzerne Feldscheune. Leider habe ich kein Bild davon. Sollte noch jemand eines haben, bin ich für eine Leihgabe zum scannen überaus dankbar!

Napoleons Kriegskasse

Seit dieser Zeit hält sich hartnäckig das Gerücht von der, in der Hannsche vergrabenen Kriegskasse Napoleons. Wie viele werden schon vergeblich danach gesucht haben? Oder hat sie jemand gefunden und hält es geheim?
Bereits 1813 kamen Franzosen zu einem Stuhlbauer, der damals in diesem Haus gewohnt hatte (Burgstädter Straße 2, 1999 abgerissen) und borgten sich lange Eisenstangen mit denen sie in den umliegenden Wiesen und in der Hannsche herumstocherten. Ob sie Erfolg hatten ist leider nicht bekannt – vielleicht ist der Schatz noch unentdeckt?

Autor: Volkmar Winkler

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